22.02.2014

Die Beschwichtigungssignale der Hunde

 

"Für einen Hund ist es immer wichtiger, einen möglichen Konflikt zu vermeiden, als zu gehorchen."

 

Hunde sind Rudeltiere, deren Sozialverhalten zu einem wesentlichen Teil durch Konfliktvermeidung bestimmt ist. Nur so können sie ihre biologischen Hauptziele (Fortpflanzung, Bedarfsdeckung und Schadensvermeidung) erreichen. Die Norwegerin Turid Rugaas entdeckte und erforscht seit den achtziger Jahren Signale, die Hunde zur Konfliktvermeidung einsetzen. Diese nennt sie "Beschwichtigungssignale" (engl. Calming Signals).

 

"Hunde verwenden Sprache und Signale die ganze Zeit, in der sie wach sind und die geringste Kleinigkeit um sie herum geschieht."

 

Mit Hilfe von Mimik, Gesten und Körpersprache signalisieren sie Artgenossen oft schon aus großer Distanz ihre friedlichen Absichten. Natürlich sprechen wir hier von gut sozialisierten Hunden, die gelernt haben, sich in ihrer Sprache zu verständigen.

 

Hunde kommunizieren auch mit uns, dem Menschen. Nur allzu oft verstehen wir nicht, was sie sagen, interpretieren falsch, oder, was noch schlimmer ist, nehmen die Kommunikationsversuche als solche gar nicht wahr. Stellt Euch vor, wie frustrierend es sein muss, zu reden, zu kommunizieren, sich um Verständigung zu bemühen, aber niemand hört zu oder nimmt Notiz davon.

 

Vielleicht kennt Ihr diese Situationen?

 

  1. Der Hund fängt an zu gähnen, wenn Ihr ihn umarmt.
  2. Der Hund schnüffelt am Boden, wenn er eigentlich zu Euch kommen soll, weil Ihr ihn gerufen habt.
  3. Der Hund wendet den Kopf ab, wenn Ihr ihn von oben her streichelt.
Jack Russel Terrier gähnt

In allen drei Fällen hat der Hund mit Euch kommuniziert und Euch etwas mitgeteilt.

 

  1. Gähnen
  2. Schnüffeln am Boden
  3. Kopf abwenden

 

Wenn Ihr diese Signale wahrnehmt, könnt Ihr Euch fragen, warum der Hund sie eingesetzt hat.

 

  1. War die Umarmung zu eng/fest (Individualdistanz)?
  2. Wie klang Eure Stimme, als Ihr den Hund gerufen habt (ärgerlich, nervös oder gereizt)?
  3. Wie war Eure Körperhaltung? Könnte sie bedrohlich auf den Hund gewirkt haben?

 

Wenn Ihr lernt, auch das "Kleingedruckte in der Hundesprache" zu lesen und angemessen zu erwidern/reagieren, kann dies zu einem ganz neuen Verständnis zwischen Euch und Eurem Hund führen. Und ja, Ihr habt richtig gelesen. Auch wir Menschen können Beschwichtigungssignale in Richtung unseres Hundes einsetzen (z. B. Gähnen, Kopf abwenden, Blinzeln etc.) und uns um eine aus hundesicht höfliche Kommunikation bemühen, die auf gegenseitigem Verständnis beruht.

 

In Ihrem Buch "Calming Signals - Die Beschwichtigungssignale der Hunde" schreibt Turid Rugaas über ihre Erfahrungen und Beobachtungen aus jahrzehntelanger Arbeit mit Hunden. Es ist übrigens auch als DVD erhältlich.

 



Quelle:

Calming Signals - Die Beschwichtigungssignale der Hunde von Turid Rugaas, Verlag Animal Learn


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